Deutschland muss dringend digitaler werden – das betrifft Behördendienstleistungen, aber auch andere nützliche digitale Services im Alltag. Ein Hemmschuh sind die hohen Sicherheit…

Ohne Datensicherheit keine Digitalisierung
Die Digitalisierung der öffentlichen Verwaltung steht in Deutschland vor einer entscheidenden Phase. Das neue OZG 2.0 und ehrgeizige EU-Ziele treiben die Entwicklung voran: Bis 2030 sollen alle wichtigen Verwaltungsdienstleistungen online verfügbar sein. Dabei verspricht die Digitalisierung von Behördengängen große Erleichterungen im Alltag: Ob Führerscheinantrag, den Wohnsitz ummelden oder einen Parkausweis beantragen – alles soll künftig per Smartphone oder Laptop erledigt werden können. Während Länder wie Dänemark, Estland und die Türkei hier bereits sehr weit sind, hinkt Deutschland hinterher. Das liegt daran, dass die Politik nicht engagiert genug ist, aber auch an dem hohen Anspruch an Datenschutz und Sicherheit hierzulande – und das zurecht: Die Anzahl der Cyberangriffe ist so hoch wie nie. Der Schutz sensibler, persönlicher Daten und des gesamten digitalen Raums ist eine absolute Notwendigkeit. Sonst funktioniert Digitalisierung nicht.
Hohe Datenschutz-Regularien
Zugleich ist der rechtliche Rahmen nicht nur, aber ganz besonders für digitale Verwaltungsdienste in Deutschland komplex. DSGVO, BDSG und OZG 2.0 setzen hohe Standards für den Datenschutz. Eine zentrale Anforderung ist zudem, dass Bürgerdaten auf Servern in Deutschland gespeichert werden müssen. Um die Verwaltung zügig und sicher zu digitalisieren, braucht es moderne Technologien, die den Datenschutzvorschriften entsprechen und hochsicher sind.
Schlüssel zur sicheren Digitalisierung der Verwaltung
Die Verwaltungsdigitalisierung kann nur mit technologischen Lösungen gelingen, die höchste Sicherheit garantieren und datenschutzkonform sind. Das ist auch der Schlüssel für die Akzeptanz dieser Services bei der Bevölkerung: Bürger müssen sich darauf verlassen können, dass ihre persönlichen Daten, vertraulichen Dokumente und digitalen Signaturen cybersicher sind. Nur dann haben sie Vertrauen in die Services und nutzen sie auch.
SuperApp – sicheres, digitales Ökosystem für ganze Städte
Ein vielversprechender Ansatz ist die Entwicklung einer zentralen mobilen Plattform – einer App für alle städtischen Services. Das schließt Online-Amtsgänge ein, aber auch alle anderen nützlichen Angebote einer Stadt – Restaurants, Shopping, Kulturangebote, Bildung, öffentliche Verkehrsmittel und so weiter. Es entsteht ein geschlossenes, autarkes Ökosystem, das hochsicher ist und Angriffsflächen minimiert. Eine solche Plattform ist die myCity SuperApp von KOBIL – erprobt seit mehreren Jahren in Istanbul mit über fünf Millionen Nutzern. Bald kommt die App für alles nach Deutschland. Die rheinland-pfälzische Stadt Worms wird es vormachen, wie Digitalisierung mit KOBILs SuperApp auch hier bei uns funktionieren kann – datenschutzkonform und sicher. KOBIL ist Pionier in Cybersicherheit und bietet seit fast 40 Jahren führende Sicherheits- und Identitätsmanagement Lösungen an. Der Bundestag vertraut auf KOBILs Sicherheitstechnologien ebenso wie Airbus, IBM, Deutsche Telekom, Mastercard, Migros Bank und viele weitere namhafte Konzerne. Gartner nennt KOBIL als einzigen SuperApp-Anbieter in Europa. Worms kann mit der App für alles als Vorbild für ganz Deutschland dienen und andere Städte inspirieren.
Das Besondere: KOBIL myCity digitalisiert nicht nur Verwaltungsdienstleistungen, sondern auch lokale Angebote von Theatern, Banken, dem öffentlichen Nahverkehr und anderen Dienstleistern – also fast das gesamte gesellschaftlichen Leben einer Stadt. Die Idee dahinter: Bürger können in Zukunft über eine einzige App sämtliche digitale Services nutzen, für die sie sonst auf unterschiedlichste Anbieter zurückgreifen müssten. So entsteht ein digitales Ökosystem einschließlich sicherer Bezahlung und verschlüsseltem Chat-Kanal mit eigener Chat-Technologie. Das ist deutschlandweit einmalig.
Vorteile für Bürger, Stadt und Wirtschaft
Die Vorteile einer solchen App für alles sind vielfältig:
Für Bürger: Die Bevölkerung kann ganz leicht digitale Services nutzen – überall, zu jeder Zeit, ganz bequem vom Sofa aus. Niemand muss mehr stundenlang vor dem Amt warten oder Wochen im Voraus einen Termin vereinbaren. Alle nützlichen digitalen Services der Stadt – vom Babysitter über die Restaurantreservierung bis zum Konzertticket – können über dieselbe App gebucht und bezahlt werden.
Für Städte und Kommunen: Sie verwandeln ihre Dienstleistungen in effiziente, smarte Services, vermeiden Aktenberge und sparen den Bürgern Zeit. Die kommunale Verwaltung erhält einen Modernisierungsschub und erfüllt die OZG-Richtlinien sowie alle gesetzlichen und Compliance-Regularien. Indem man sie um zusätzliche Serviceaspekte wie Payment- und Chat-Optionen innerhalb der Plattform erweitert, vernetzten Städte ihre Einwohner digital und lassen sie enger zusammenrücken. Die Technologie schafft die Voraussetzungen, um die Stadt lebenswerter zu machen.
Das alles bekommen Kommunen und Städte von KOBIL mit einem überschaubaren Implementierungsaufwand. Mit fertigen Plattformlösung müssen sie keine aufwändigen IT-Investitionen tätigen und keine eigenen Fachkräfte einstellen. APIs vereinfachen die Anbindung der App an bestehende Backend-Systeme erheblich. Ist die Benutzeroberfläche einfach, so hält sich der Schulungsaufwand für die eigenen Mitarbeiter stark in Grenzen. Nicht zuletzt lassen sich über eine solche Plattform auch die eigenen internen Prozesse der Kommunalverwaltung optimieren, beispielsweise im Bereich der Projektkommunikation.
Für die Wirtschaft: Zugleich kurbelt die App für alles die regionale Wirtschaft an: Jedes Unternehmen und jede Organisation kann teilnehmen und ihre Services in die SuperApp integrieren sowie einem breiten Publikum zugänglich machen – ohne zusätzliche Marketing-Kosten. Startups können Anwendungen für die SuperApp programmieren. Mit dem bestehenden Kundenkreis der App haben sie sofort ein großes Publikum für ihre Entwicklungen.
Mehrstufige Sicherheitsarchitektur
Die technische Umsetzung der KOBIL Plattform basiert auf einem ausgefeilten Sicherheitskonzept mit folgenden wesentlichen Faktoren:
- · Strikte Gerätebindung, sodass nur von vordefinierten Smartphones, Laptops oder Tablets auf sensible Daten zugegriffen werden kann
- · Zweifaktor-Authentifizierung durch Biometrie und beispielsweise Pin oder SMS
- · Kontinuierliche Integritätsprüfungen der Plattform, um Bedrohungen frühzeitig zu erkennen und einzudämmen, bevor sie Schaden anrichten
- · RASP (Runtime Application Self Protection) für den Echtzeitschutz des Systems
- · Hohe Verschlüsselungsstandards wie AES-Verschlüsselung
- · Mehrfache Schutzschichten, wie sie etwa bei der elektronischen Patientenakte, Krankenkassen oder im Online-Banking Usus sind
- · Eigene, hochsichere Chat-Technologie und sicheres Bezahlmodul
Digitale Identität schafft Transparenz
Ausschlaggebend für hohe Sicherheit ist außerdem eine sichere, benutzerfreundliche digitale ID. Anders als die wenig genutzte aktuelle eID setzt die SuperApp in Worms beispielsweise auf ein flexibles Stufenmodell: Einfache Services wie Müllabfuhrtermine benötigen nur eine Basic-Authentifizierung, während für Finanztransaktionen die strenge Zwei-Faktor-Authentifizierung gilt. Hier sind zwei Faktoren nötig, um Zugriff auf die Services zu erhalten, zum Beispiel die Gesichtserkennung und ein Pin. Nutzer müssen sich dabei über ihre echten Namen authentifizieren. Fakeprofile gibt es nicht. So weiß jeder, mit wem er es im digitalen Raum zu tun hat – alle Geschäfte, die über die App getätigt werden, sind transparent. Diese Transparenz ist ein weiterer zentraler Sicherheitsaspekt, der zugleich das Vertrauen stärkt.
Dabei ist auch die Blockchain-Technologie ein essenzieller Sicherheitsfaktor: Die Daten befinden sich auf dezentralen Servern – hochverschlüsselt. Nutzer entscheiden selbst, welche persönlichen Informationen sie zur Authentifizierung teilen möchten und welche nicht. Dies macht das Ökosystem noch sicherer und steigert die Bereitschaft der User, ihre Daten weiterzugeben sowie digitale Angebote tatsächlich auch zu nutzen.
Usability meets Security
Der Erfolg digitaler Verwaltung und weiterer digitaler Angebote steht und fällt mit der Benutzerfreundlichkeit. Behördengänge müssen so einfach wie Online-Shopping sein. Dazu gehört auch eine problemlose Authentifizierung per digitaler ID. Die aktuelle eID ist da ein schlechtes Vorbild. Das Set-up ist viel zu kompliziert. Deshalb nutzt sie kaum jemand. Außerdem gibt es zu wenige Angebote, die sich damit verwenden lassen. Eine digitale ID muss ganz einfach und intuitiv zu nutzen sein – auf sämtlichen Geräten.
Das gilt auch für die digitalen Services selbst: Die Navigation sollte übersichtlich sein, Formulare sollten sich sofort finden lassen und leicht verständlich sein. Der ideale Online-Amtsgang ist nur wenige Klicks entfernt.
Deutschland könnte in nur 1 Jahr digital werden
Das Beispiel Worms zeigt, dass Deutschland trotz hoher Sicherheitsanforderungen den digitalen Wandel der Verwaltung erfolgreich gestalten kann. Die App für alles in Worms wird als innovatives, regionales Ökosystem, Stadt, Bürger und Unternehmen miteinander verbinden. Mit der Kombination aus Innovation, Sicherheit und Benutzerfreundlichkeit, wie sie in Worms gerade mit der SuperApp umgesetzt wird, könnte die bundesweite Digitalisierung der Verwaltung innerhalb eines Jahres gelingen. Was es dafür braucht, sind visionäre Köpfe in den Stadtverwaltungen und der Politik, die bereit sind, neue Wege zu gehen. Mehr Kooperation zwischen Staat und Wirtschaft. Und die passenden Technologien. Worms ist das beste Beispiel, wie Digitalisierung gehen kann. Die Stadt wird zum Vorbild und zur Inspiration für weitere Kommunen werden und damit der Digitalisierung in Deutschland einen entscheidenden Schub verleihen.
Autor: Ismet Koyun, CEO und Gründer, KOBIL Gruppe
Ismet Koyun ist Pionier für digitale Identität und Sicherheit. Er hat vor über 40 Jahren KOBIL gegründet und zum Weltmarktführer für digitale Identitäts- und Sicherheitslösungen entwickelt. Ismet Koyun hält mehrere Patente. Sein Fokus liegt auf der sicheren Digitalisierung von Städten.