Im Interview mit Jörg Kretzschmar, CEO der smart2success GmbH

In einer Welt, in der Unsicherheit zur neuen Konstante geworden ist, entscheiden valide Informationen über die Handlungsfähigkeit eines Unternehmens. Silicon Valley Europe spricht mit Jörg Kretzschmar, Gründer und Geschäftsführer von smart2success, über die Kraft vernetzter Daten, intelligente Informationsstrukturen und die Kunst, aus Komplexität Klarheit zu schaffen.
Kretzschmar weiß aus eigener Erfahrung – unter anderem im Notfallmanagement – wie kritisch stabile Informationsflüsse und transparente Verantwortlichkeiten sind, wenn Organisationen unter Druck geraten. Mit smart2success verfolgt er eine klare Mission: Unternehmen von Datensilos zu befreien, Wissen intelligent zu vernetzen und Entscheidungsprozesse zu beschleunigen.
Im Interview geht es um die Frage, wie integrierte Datenstrukturen Resilienz schaffen, wie hybride Organisationen Transparenz und Effizienz vereinen können und warum Vernetzung nicht nur eine technologische, sondern auch eine kulturelle Aufgabe ist. Darüber hinaus spricht Kretzschmar über die Bedeutung realistischer Notfallsimulationen, um Krisenfähigkeit nicht nur auf dem Papier, sondern in der Praxis zu stärken.
In diesem spannenden Gespräch über Stabilität durch Wissen, Klarheit und intelligente Systeme gehen wir darauf ein, wie Behörden und Unternehmen mit pragmatischer Technologie neue Stärke gewinnen können. Diese 3 Minuten sollten Sie sich nehmen.
Interview: Silicon Valley Europe mit Jörg Kretzschmar
Jörg Kretzschmar: „Häufig sind in der Vergangenheit Kopf- oder Abteilungsmonopole entstanden, die den Wissensfluss blockieren und die Weiterentwicklung erheblich bremsen. Erfolgreiche Organisationen dagegen zeigen uns, welchen Wert Daten entfalten können, wenn sie als verlässliche Grundlage für Agilität und Innovation verstanden werden. Leider basieren Entscheidungsprozesse in der Praxis noch zu oft auf Annahmen oder unvollständigen nicht aktuellen Informationen mit der Folge, dass Projekte, Changes oder Umstrukturierungen verspätet fertiggestellt werden oder die Kosten deutlich steigen. Das größte Potenzial liegt darin, Daten konsequent abteilungsübergreifend zu nutzen. Verstecken hinter angeblichen Datenschutz und vermeintlicher Mitarbeiterkontrolle führt immer weiter zu ineffizienten Verhalten und toxischen Kulturen in den Organisationen. Eigentlich wollen wir doch alle genau das Gegenteil."
Silicon Valley Europe: Ihr Unternehmen smart2success setzt auf integrierte Datenstrukturen, um Organisationen widerstandsfähiger zu machen. Wie genau tragen vernetzte Informationen zur Resilienz und Handlungsfähigkeit in unsicheren Zeiten bei?
Jörg Kretzschmar: „Unsichere Zeiten sind geprägt von Ereignissen, die wir weder vorhersehen noch vollständig kontrollieren können, sei es geopolitisch durch den Krieg in der Ukraine, regional durch Energie- und Lieferkettenkrisen oder lokal durch die Frage, wie KI unsere Arbeitswelt verändert. Diese Komplexität lässt sich nicht künstlich vereinfachen, sondern muss aktiv gestaltet werden. Gestalten bedeutet: Wenn sich Anforderungen ändern, müssen auch Arbeitsmittel und Prozesse der Komplexitätsbewältigung angepasst werden. Nur so bleiben Organisationen handlungsfähig und resilient. Genau hier setzen wir an: Wir liefern das ‚Cockpit‘, das Unternehmen befähigt, flexibel zu reagieren. Vernetzte Informationen sind dabei entscheidend. Sie ermöglichen den direkten Zugriff auf die relevanten Daten, von Wertschöpfungsprozessen über Zulieferer bis hin zu Verträgen und Ansprechpartnern. Wer seine Informationsbasis bewertet, kennt und jederzeit verfügbar hat, kann in dynamischen Situationen schnell und zielgerichtet handeln. Alle anderen werden leider bald der Vergangenheit angehören.“
Silicon Valley Europe: Sie sprechen häufig vom Wandel „vom Datensilo zur Informationsbasis“. Warum ist diese Vernetzung nicht nur eine technische, sondern auch eine kulturelle Herausforderung?
Jörg Kretzschmar: „Die eigentliche Herausforderung liegt ja in der Unternehmenskultur. Solange Daten in Kopfsilos oder Abteilungsgrenzen verharren, bleiben Potenziale ungenutzt. Transparenz bedeutet, Informationen für alle verfügbar zu machen – nicht nur für Einzelne. Projekte scheitern oft an persönlichen Befindlichkeiten oder fehlender Verantwortung, Risiken werden nicht dort erkannt, wo sie entstehen. Denn Resilienz entsteht durch Verantwortung. Wer Verantwortung trägt, möchte gute Arbeit leisten und ist stolz auf Ergebnisse. Diese Sinnstiftung ist der Schlüssel, denn ohne klare Verantwortlichkeiten fehlt die Basis für Effizienz. Ein Beispiel: Bei einem Kunden haben wir allein die Suchzeiten im Unternehmen hochgerechnet – das Ergebnis lag bei über 580.000 € pro Jahr. Mit einer gemeinsamen Informationsbasis konnten diese Kosten drastisch reduziert werden, und gleichzeitig stieg die Mitarbeiterzufriedenheit kontinuierlich. Vernetzung ist also nicht nur Technik, sondern ein Kulturwandel hin zu Transparenz, Verantwortung und Sinnstiftung.“
Silicon Valley Europe: Ein zentrales Ziel Ihrer Lösung ist es, Wissen langfristig im Unternehmen zu halten. Wie gelingt es, dass Informationen nicht verloren gehen, sondern dauerhaft zur Entscheidungsfähigkeit beitragen?
Jörg Kretzschmar: „Wir sichern das Wissen über erfolgreiche Projekte, Abläufe und Zusammenhänge in Prozessen und Services, ebenso wie die Verantwortlichkeiten einzelner Personen. Dieses Wissen wird in Archiven dokumentiert und sofort abrufbar gemacht, sodass es jederzeit nutzbar bleibt. Gerade in den kommenden Jahren droht Unternehmen ein erheblicher Verlust an Erfahrung und Know-how, wenn Mitarbeiter ausscheiden. Damit geht wertvolles Kapital verloren, das für fundierte Entscheidungen unverzichtbar ist. Fehlen diese Informationen, entstehen schlechte oder gar keine Entscheidungen mit gravierenden Folgen für die Organisation. Unser Ansatz stellt sicher, dass Wissen nicht verschwindet, sondern dauerhaft und an der richtigen Stelle als Grundlage für Handlungsfähigkeit und nachhaltigen Erfolg erhalten bleibt.“
Silicon Valley Europe: Ihre Plattform integriert relevante Daten aus unterschiedlichen Unternehmensbereichen innerhalb weniger Tage. Können Sie uns ein praktisches Beispiel geben, wie diese schnelle Integration in der Realität aussieht und welchen Unterschied sie macht?
Jörg Kretzschmar: „Viele Projekte starten mit großen Erwartungen und verlieren dann an Dynamik, weil Daten nicht schnell genug integriert werden. Der Schlüssel liegt in der effizienten Anbindung und Bereitstellung von Informationen. Mit standardisierten modularen und variablen Schnittstellen können wir Datenquellen innerhalb weniger Tage verknüpfen und verarbeiten. Das schafft eine nahtlose Verbindung zwischen Systemen, reduziert manuelle Aufwände und bildet die Grundlage für datengetriebene Entscheidungen. Ein Beispiel: Bei einem Kunden haben wir innerhalb kürzester Zeit Daten aus verschiedensten Abteilungen zusammengeführt. Dadurch wurde sofort sichtbar, wo Ressourcen gebunden sind, welche Risiken bestehen und welche Maßnahmen priorisiert werden müssen. Der Nutzen war unmittelbar erkennbar, denn jeder hat sofort alle Verknüpfungen und Abhängigkeiten erkannt und genau das motiviert Anwender, das System aktiv zu nutzen und weiterzuentwickeln. Eine durchdachte Datenintegration steigert nicht nur die Agilität, sondern auch die Skalierbarkeit der Organisation. Sie sorgt dafür, dass Informationen und Verantwortlichkeiten dort verfügbar sind, wo sie gebraucht werden, und macht den Unterschied zwischen Projekten, die scheitern, und solchen, die erfolgreich und fristgerecht abgeschlossen werden. Sie können in die Geschichte als Flughafen Berlin oder Stuttgart 21 eingehen, oder sie machen es mit uns.“
Silicon Valley Europe: Sie haben berufliche Erfahrung im Notfallmanagement. Wie hilft dieses Wissen dabei, Organisationen auf Krisen vorzubereiten – und welche Rolle spielen Notfallsimulationen in diesem Prozess?
Jörg Kretzschmar: „Im Notfall sind valide Daten und verlässliche Informationen genauso entscheidend wie im normalen Betrieb, doch die Rahmenbedingungen sind völlig andere.
Zeitdruck, externe Abhängigkeiten und regulatorische Anforderungen zwingen uns dazu, unter hoher Belastung viele schnelle Entscheidungen mit hoher Tragweite zu treffen. Wer solche Situationen bereits trainiert hat, geht deutlich souveräner damit um. Es ist wie im Sport: Übung verbessert die Leistung. Notfallsimulationen zeigen den Teilnehmern nicht nur, wie sie unter Druck reagieren, sondern auch, welche Vorbereitungen im Vorfeld getroffen werden können, um im Ernstfall handlungsfähig zu bleiben. Unser System integriert Erfahrungen aus der Klinik- und Luftfahrtpraxis und schafft damit eine realistische Grundlage für Training und Prävention. So lernen Organisationen, Krisen nicht nur zu überstehen, sondern aktiv zu gestalten. Denn Resilienz entsteht nicht durch Leichtsinn, sondern durch kluge Vorbereitung und souveränes Handeln.“
Jörg Kretzschmar: „Für mich bedeutet Stabilität, dass Unternehmen ihre entscheidenden Daten jederzeit verfügbar und verständlich haben – von Projekten über Wertschöpfungsprozesse bis hin zu Verantwortlichkeiten und Rollen. Unsere Plattform unterstützt Organisationen dabei, diese Informationen transparent abzubilden und als integriertes Managementsystem fließen zu lassen. Daten sind ein zentraler Werttreiber. Wer sie ungenutzt im Unternehmen liegen lässt, riskiert ineffiziente Entscheidungen und im schlimmsten Fall die eigene Handlungsfähigkeit. Erfolgreiche Unternehmen zeigen uns, dass Wachstum und Resilienz auf dem konsequenten Einsatz von Daten beruhen. Mit smart2success schaffen wir eine gemeinsame Informationsbasis, die Klarheit in komplexen Abläufen bringt und Stabilität durch Wissen ermöglicht. Das ist unser Beitrag, um europäische Unternehmen in der digitalen Zukunft widerstandsfähiger, agiler und erfolgreicher zu machen.“
Silicon Valley Europe:Ganz herzlichen Dank für der Einblick in ihre Gedanken und den klaren Blick auf Ihre Vorstellung von digitaler Zukunft in Europa.