Wie Dr. Orhan Tanriverdi mit MIRYA die Spielregeln der digitalen Prozesse verändert

Wenn es um die Zukunft der Automatisierung geht, gehört Dr. Orhan Tanriverdi zu den Stimmen, die man gehört haben sollte. Als CEO und Founder von MIRYA verfolgt er eine klare Vision: Automatisierung muss radikal einfacher, intelligenter und vor allem für Fachbereiche selbst zugänglich werden – ganz ohne komplexe IT-Abhängigkeiten und
On-premise.
Mit MIRYA hat Orhan Tanriverdi eine Plattform geschaffen, die weit über klassische Robotic Process Automation hinausgeht. Statt starrer Bots setzt das System auf „menschliche Logik“: Prozesse werden nicht nur ausgeführt, sondern verstanden. Daten werden analysiert, Muster erkannt und Entscheidungen in Echtzeit getroffen – schnell, präzise und zuverlässig. Das Besondere: Automationen entstehen per drop & drag oder „Record & Prompt“, also durch einfache Aufzeichnung oder intuitive Eingaben. Programmierkenntnisse? Nicht erforderlich – Man will trotzdem Coden – kein Problem. No Code first – Code when you need.
Im exklusiven Interview mit Silicon Valley Europe gibt OrhanTanriverdi spannende Einblicke in die nächste Evolutionsstufe der Automatisierung. Warum liegen die größten Effizienzpotenziale nicht in einzelnen Tools, sondern an den Schnittstellen zwischen Systemen, Prozessen und Organisationen? Und wie gelingt es Unternehmen, genau dort anzusetzen – ohne monatelange Integrationsprojekte?
MIRYA adressiert genau diese operative Ebene: als Execution Layer, der bestehende Systeme miteinander verbindet und Prozesse systemübergreifend ausführt – selbst dort, wo APIs fehlen oder Legacy-Strukturen dominieren. Ob intelligente Dokumentenverarbeitung, durchgängige Serviceprozesse oder die Automatisierung komplexer Asset-Lifecycles – die Plattform verspricht produktive Ergebnisse innerhalb weniger Tage statt Monate.
Doch Dr. Tanriverdis Ansatz ist nicht nur technologisch spannend, sondern auch strategisch hochrelevant: In Zeiten steigender Komplexität und wachsender Anforderungen an Datensouveränität setzt MIRYA auf On-Premise-Deployment und volle Kontrolle über sensible Daten.
Was treibt einen Unternehmer mit einer beeindruckenden Karriere vom Marketing- und AdTech-Umfeld bis hin zu KI-gestützter Automatisierung an? Welche Rolle spielt No-Code in der Zukunft der Unternehmenssteuerung? Und wie verändert sich die Zusammenarbeit zwischen Mensch und Maschine wirklich?
Antworten auf diese Fragen – und einen Blick hinter die Kulissen einer der spannendsten Automatisierungsplattformen Europas – liefert dieses Interview.
Silicon Valley Europe: Herr Dr. Orhan Tanriverdi, Sie haben mit MIRYA eine Plattform entwickelt, die Automatisierung radikal vereinfacht. Was war der entscheidende Moment oder die Erkenntnis, die Sie zur Gründung von MIRYA bewegt hat?
Dr. Orhan Tanriverdi: Die entscheidende Erkenntnis war für mich, dass Automatisierung in vielen Unternehmen unnötig kompliziert geworden ist. Viele klassische RPA- und Automatisierungsplattformen wurden für Spezialisten entwickelt – nicht für die Menschen, die die Prozesse tatsächlich täglich ausführen.
Ich habe in Projekten immer wieder gesehen, dass Unternehmen monatelang Prozesse analysieren, externe Entwickler beauftragen und hohe Budgets investieren mussten, nur um repetitive Aufgaben zu automatisieren. Gleichzeitig saßen in den Fachabteilungen Menschen, die genau wussten, wie Prozesse funktionieren, aber keinerlei Möglichkeit hatten, selbst aktiv zu werden.
Daraus entstand die Vision von MIRYA:
Automatisierung muss so einfach werden wie die Bedienung moderner Software.
Deshalb verfolgen wir konsequent den Ansatz: „No-Code first – Code when you need.“
Mit MIRYA können Anwender Prozesse per Recording aufzeichnen, per Drag-and-Drop erstellen und sehr bald sogar per natürlicher Sprache beschreiben, mit MIRYA „persönlich“ sprechen, Fragen stellen, Prozesse gemeinsam erstellen – wie mit einem „echten Menschen“. Die Plattform versteht Abläufe, erkennt Muster und erstellt daraus intelligente Automatisierungen. Unser Ziel war nie nur „Bots zu bauen“. Wir wollten eine Plattform entwickeln, die wie ein digitaler Mitarbeiter arbeitet – mit kognitiven skills, visuell, lernfähig und verständlich für jeden Menschen im Unternehmen.
Silicon Valley Europe: MIRYA setzt auf „No-Code-first – Code when you need“. Wie verändert dieser Ansatz konkret die Rolle von Fachabteilungen im Vergleich zur klassischen IT-getriebenen Automatisierung?
Dr. Orhan Tanriverdi: Der Unterschied ist fundamental. In klassischen Automatisierungsprojekten entsteht oft eine starke Abhängigkeit von der IT oder externen Entwicklern. Fachabteilungen formulieren Anforderungen, warten auf Ressourcen und erhalten Wochen oder Monate später erste Ergebnisse.
Mit MIRYA verschiebt sich diese Dynamik vollständig.
Die Fachabteilungen selbst werden zu aktiven Gestaltern von Automatisierung. Mitarbeiter aus Einkauf, HR, Finance, Kundenservice oder Logistik können Prozesse eigenständig aufzeichnen, anpassen und automatisieren – ohne Programmierkenntnisse.
Das bedeutet:
Die Menschen, die Prozesse am besten kennen, können sie auch direkt optimieren.
Dadurch entstehen drei große Vorteile:
- deutlich schnellere Umsetzung
- wesentlich geringere Kosten
- deutlich höhere Akzeptanz im Unternehmen
Gleichzeitig schließen wir Entwickler nicht aus. Genau deshalb sagen wir:
„No-Code first – Code when you need.“
Komplexe Anforderungen, APIs oder individuelle Erweiterungen können weiterhin über Code ergänzt werden. Aber der Standardfall sollte heute nicht mehr Entwicklerabhängigkeit sein, sondern Benutzerautonomie.
Wir glauben, dass die Zukunft der Automatisierung nicht developer-centric, sondern human-centric ist.
Silicon Valley Europe: Sie sprechen davon, dass MIRYA nicht nur Prozesse ausführt, sondern Daten versteht und eigenständig Entscheidungen trifft. Können Sie uns ein praxisnahes Beispiel geben, wie diese „menschliche Logik“ im Unternehmensalltag funktioniert?
Dr. Orhan Tanriverdi: Ein sehr einfaches praxisnahes Beispiel kann zum Beispiel die Verarbeitung eingehender E-Mails im Kundenservice oder technischen Support sein.
Ein klassischer Bot würde lediglich definierte Regeln abarbeiten.
MIRYA geht deutlich weiter.
MIRYA analysiert Inhalte, erkennt Zusammenhänge, interpretiert, klassifiziert, versteht Dokumente und entscheidet abhängig vom Kontext, welche Aktion sinnvoll ist.
Beispielsweise kann MIRYA:
- E-Mails lesen und kategorisieren
- PDF-Dokumente verstehen
- Prioritäten erkennen
- Inhalte mit ERP- oder CRM-Daten abgleichen
- passende Prozesse autonom starten
Wenn beispielsweise ein Wartungsbericht eingeht, erkennt MIRYA automatisch:
- um welchen Kunden es sich handelt
- welche Maschine betroffen ist
- ob ein kritischer Fehler vorliegt
- welche Eskalationsstufe notwendig ist
Anschließend kann MIRYA selbstständig:
- ein Ticket erzeugen
- Ersatzteile prüfen
- einen Techniker einplanen
- den Kunden informieren
- Reports generieren
Das Entscheidende ist: MIRYA arbeitet nicht mehr nur regelbasiert, sondern kontextbasiert. Dadurch entsteht eine Form von „menschlicher Logik“, die klassische Automatisierung deutlich erweitert.
Silicon Valley Europe: Ein zentrales Versprechen von MIRYA ist die schnelle Time-to-Value – Automatisierungen innerhalb weniger Tage statt Monate. Wie schaffen Sie diesen Geschwindigkeitsvorteil gegenüber traditionellen Lösungen?
Dr. Orhan Tanriverdi: Der Geschwindigkeitsvorteil entsteht durch mehrere Faktoren gleichzeitig.
Erstens: MIRYA benötigt in vielen Fällen keine komplexen Integrationen oder APIs.
Die Plattform arbeitet visuell auf bestehenden Oberflächen – ähnlich wie ein Mensch. Dadurch entfallen lange Integrationsprojekte.
Zweitens: Wir reduzieren die technische Einstiegshürde radikal.
Durch Recording, visuelle Workflows und KI-gestützte Prozesslogik können Unternehmen extrem schnell produktive Automatisierungen erstellen.
Drittens: Wir vermeiden klassische Projektstrukturen mit langen Konzeptionsphasen.
Unsere Philosophie lautet:
„Build fast. Improve continuously.“
Viele Kunden erleben bereits innerhalb weniger Tage erste produktive Ergebnisse und erreichen einen ROI innerhalb weniger Wochen.
Das verändert auch die Wahrnehmung von Automatisierung:
Sie wird nicht mehr als langwieriges IT-Projekt gesehen, sondern als operatives Werkzeug für schnelle Verbesserungen.
Silicon Valley Europe: Viele Unternehmen kämpfen mit heterogenen Systemlandschaften und Legacy-Systemen. Wie gelingt es MIRYA, systemübergreifend zu arbeiten, selbst ohne vorhandene APIs oder komplexe Integrationen?
Dr. Orhan Tanriverdi: Das ist tatsächlich einer der größten Vorteile von MIRYA. Die Realität in Unternehmen besteht selten aus modernen Cloud-Systemen mit perfekten APIs. Stattdessen sehen wir häufig alte ERP-Systeme, Terminal-Anwendungen, Desktop-Software, Webportale, Eigenentwicklungen und Excel-basierte Prozesse. MIRYA wurde genau für diese Realität entwickelt. Die Plattform arbeitet visuell und oberflächenbasiert – ähnlich wie ein menschlicher Mitarbeiter, der kognitive Eigenschaften besitzt.
Das bedeutet: MIRYA kann klicken, lesen, schreiben, navigieren und Entscheidungen treffen, unabhängig davon, welches System dahinterliegt. Dadurch müssen Unternehmen ihre bestehende IT-Landschaft nicht ersetzen oder aufwendig umbauen.
Wir sagen oft: „Automate everything without changing anything.“
Gerade im Mittelstand ist das ein enormer Vorteil, weil dort oft historisch gewachsene Systemlandschaften existieren.
Silicon Valley Europe: Sie betonen, dass die größten Effizienzpotenziale an den Schnittstellen zwischen Prozessen liegen. Warum werden genau diese Bereiche Ihrer Meinung nach in Unternehmen bislang unterschätzt?
Dr. Orhan Tanriverdi: Viele Unternehmen betrachten ihre Prozesse häufig isoliert und nicht als zusammenhängendes Gesamtsystem. Die Optimierung findet oft nur innerhalb einzelner Abteilungen, Softwarelösungen oder Teams statt. Die größten Ineffizienzen und Reibungsverluste entstehen jedoch meistens genau dort, wo Informationen, Verantwortlichkeiten oder Systeme aufeinandertreffen – also an den Schnittstellen.
Typische Beispiele für solche Problemzonen sind Übergaben zwischen Vertrieb und Service, manuelle Datenübertragungen zwischen ERP- und CRM-Systemen, E-Mail-basierte Freigabeprozesse, Medienbrüche zwischen Desktop-Anwendungen und Websystemen sowie Dokumente, die von Menschen gelesen und erneut in andere Systeme eingegeben werden müssen.
An diesen Schnittstellen entstehen in der Folge Wartezeiten, Fehler, doppelte Arbeit, fehlende Transparenz und ineffiziente Kommunikation, die den gesamten Prozess verlangsamen und Kosten verursachen.
Das Problem ist: Diese Reibungsverluste wirken im Alltag oft „normal“, weil Unternehmen sich über Jahre daran gewöhnt haben. Viele klassische Automatisierungsansätze konzentrieren sich auf einzelne Tasks oder isolierte Prozesse. Wir verfolgen bei MIRYA einen anderen Ansatz:
Wir betrachten komplette Prozessketten und insbesondere die Übergänge dazwischen.
Denn dort entscheidet sich letztlich, wie effizient ein Unternehmen wirklich arbeitet.
Deshalb kann MIRYA nicht nur einzelne Aufgaben automatisieren, sondern systemübergreifend Informationen lesen, verstehen, übertragen und Prozesse intelligent miteinander verbinden – selbst in heterogenen IT-Landschaften ohne APIs.
Ich glaube, dass die nächste große Effizienzrevolution nicht innerhalb einzelner Systeme stattfindet, sondern zwischen ihnen.
Die Zukunft gehört Plattformen, die Silos auflösen und Prozesse ganzheitlich orchestrieren.
Silicon Valley Europe: Ein spannender Aspekt ist die intelligente Dokumentenverarbeitung (IDP). Welche Rolle spielt diese Technologie in der Praxis, insbesondere in Bereichen wie Wartung, Service oder technischen Prozessen?
Dr. Orhan Tanriverdi: Intelligent Document Processing (IDP) wird in den kommenden Jahren eine Schlüsselrolle einnehmen. Der Grund dafür ist, dass Unternehmen enorme Mengen an unstrukturierten Informationen verarbeiten müssen. In der Praxis handelt es sich dabei um vielfältige Dokumente wie Wartungsberichte, Serviceprotokolle, Rechnungen, Lieferscheine, technische Dokumentationen, E-Mails, PDFs, Bilder und handschriftliche Notizen. Klassische Systeme stoßen bei der Verarbeitung solcher Inhalte oft an ihre Grenzen.
MIRYA hingegen bietet eine Lösung: Die Software kann Dokumente analysieren, deren Inhalte verstehen, strukturieren und darauf basierend direkt Prozesse ableiten. Ein anschauliches Beispiel dafür ist der technische Service: Nachdem ein Techniker einen Einsatz abgeschlossen hat, sendet er Fotos, ein PDF-Protokoll sowie handschriftliche Notizen. MIRYA ist somit in der Lage, aus diesen unterschiedlichen Quellen automatisch relevante Daten zu extrahieren, Fehlercodes zu erkennen, Ersatzteile zu identifizieren, Wartungshistorien zu aktualisieren, Serviceberichte zu generieren und Folgeaufträge anzulegen.
Besonders spannend wird es in Kombination mit modernen KI-Technologien und intelligenten Assistenzsystemen.
Ein weiterer entscheidender Aspekt ist, dass wir bei MIRYA bewusst auf eine professionelle Enterprise-IDP-Technologie eines weltweiten Marktführers setzen: ABBYY
Wir bieten Unternehmen eine hochpräzise und zugleich datenschutzkonforme Dokumentenverarbeitung an, die selbst höchsten Sicherheits- und Compliance-Anforderungen genügt. Die zugrundeliegende Technologie ist mehrfach international zertifiziert und wird weltweit in streng regulierten Branchen eingesetzt. Unsere IDP-Lösung (Intelligent Document Processing) ist in der Lage, Dokumente nahezu jeder Art intelligent weiterzuverarbeiten. Dazu werden die Dokumente zunächst gelesen, analysiert, strukturiert, klassifiziert und validiert. Hierbei werden über 200 Sprachen unterstützt, einschließlich der Erkennung von Handschriften, komplexen Tabellen, technischen Dokumenten, Formularen, Rechnungen, Serviceberichten oder unstrukturierten Inhalten.
Besonders wichtig ist uns dabei: Diese Verarbeitung funktioniert ohne den Einsatz kommerzieller generativer KI-Dienste wie ChatGPT, Claude oder vergleichbarer externer Modelle.
Gerade im europäischen Unternehmensumfeld ist das ein zentraler Vorteil, weil viele Kunden sensible Daten, technische Informationen oder personenbezogene Inhalte bewusst nicht an öffentliche KI-Systeme übertragen möchten.
Mit MIRYA erhalten Unternehmen damit eine intelligente Dokumentenverarbeitung auf Enterprise-Niveau:
hochpräzise, mehrsprachig, skalierbar und gleichzeitig datenschutzorientiert.
Die Zukunft gehört Systemen, die Informationen nicht nur speichern, sondern verstehen.
Silicon Valley Europe: Mit Ihrem On-Premise-Ansatz adressieren Sie auch Themen wie Datensouveränität und Compliance. Wie wichtig ist dieses Thema aktuell für Ihre Kunden – gerade im europäischen Kontext?
Dr. Orhan Tanriverdi: Dieses Thema ist aktueller denn je. Insbesondere in Europa sehen wir einen starken Fokus auf die Themen Datenschutz, Datensouveränität, Compliance und regulatorische Anforderungen. Viele Unternehmen zögern, sensible Daten komplett in externe Cloud-Umgebungen auszulagern.
Daher war uns frühzeitig klar: MIRYA muss vollständig On-Premise betrieben werden können.
Unsere Kunden – insbesondere aus Branchen wie dem öffentlichen Sektor, der Industrie, dem Gesundheitswesen, dem Finanzwesen und Versicherungen – legen Wert auf die volle Kontrolle über ihre Prozesse, Daten, KI-Modelle und Infrastruktur. Dies ist ein entscheidender Faktor.
Ich bin überzeugt, dass europäische Unternehmen künftig sehr bewusst entscheiden werden, welche KI- und Automatisierungssysteme sie einsetzen und wo die Verarbeitung ihrer Daten stattfindet.
Silicon Valley Europe: Ihre Karriere begann im Marketing- und AdTech-Umfeld und führte Sie über verschiedene Führungspositionen hin zur KI-gestützten Automatisierung. Welche Erfahrungen aus diesen Stationen prägen heute Ihre Arbeit bei MIRYA am stärksten?
Dr. Orhan Tanriverdi: Nicht nur da, wir haben vor der Pandemie schon „automatisiert“ – und zwar Sales Prozesse für den B2B Markt. Mit der exeptiv-Salesengagement-Plattform kann man E-Mails, In-Mails, SMS, Whatsapp, Linkedin Messages automatisieren – hier ahmen wir menschliches Verhalten nach. KI supported und Regelbasiert. Auch das Marketing- und AdTech-Umfeld war extrem datengetrieben und hochdynamisch. Dort lernt man sehr schnell, Prozesse zu skalieren, Entscheidungen datenbasiert zu treffen und Technologien pragmatisch einzusetzen.
Vor allem habe ich gelernt:
Technologie bringt nur dann echten Mehrwert, wenn Menschen sie tatsächlich nutzen können.
Viele Enterprise-Systeme scheitern nicht an fehlender Funktionalität, sondern an Komplexität.
Diese Erkenntnis prägt MIRYA bis heute.
Wir entwickeln keine Technologie für Spezialisten.
Wir entwickeln Technologie für reale Arbeitsabläufe.
Ich habe früh erkannt, wie entscheidend Geschwindigkeit und Benutzererlebnis sind, denn selbst die leistungsfähigsten Technologien verlieren oft an Wert durch komplizierte Schnittstellen. Aus diesem Grund legen wir bei MIRYA einen besonderen Fokus auf die einfache und intuitive Nutzung: Wir setzen auf eine intuitive UX und visuelle Prozesse, um Komplexität zu reduzieren. Die Interaktion soll durch die Nutzung natürlicher Sprache so intuitiv wie ein Gespräch sein, ergänzt durch eine KI-Assistenz, die intelligent automatisiert und vereinfacht. Unser Ziel ist es, minimale technische Hürden zu schaffen, sodass die Nutzung ohne umfassendes technisches Wissen möglich ist.
Silicon Valley Europe: Wenn Sie einen Blick in die Zukunft werfen: Wie wird sich die Zusammenarbeit zwischen Mensch und Maschine in den nächsten fünf Jahren entwickeln – und welche Rolle wird MIRYA dabei spielen?
Dr. Orhan Tanriverdi: Wir stehen erst am Anfang einer tiefgreifenden Transformation: In den kommenden fünf Jahren wird Software nicht mehr nur passiv bedient, sondern aktiv mit dem Menschen zusammenarbeiten. Die Grenze zwischen Anwender und System wird zunehmend verschwimmen. Zukünftig werden Menschen Prozesse definieren können, indem sie diese sprachlich beschreiben, per Aufnahme vormachen oder durch Prompts festlegen. Auf dieser Basis werden intelligente Systeme selbstständig ausführbare Prozesse generieren. Genau diese Vision verfolgt MIRYA.
Unsere Vision ist die einer visuellen KI-Assistentin, die in der Lage ist, mit Menschen zu kommunizieren, komplexe Prozesse zu verstehen, Automatisierungen zu erstellen, Entscheidungen zu unterstützen und Aufgaben autonom auszuführen.
Dabei ist unser erklärtes Ziel nicht, Menschen zu ersetzen, sondern sie von operativer Komplexität zu entlasten. Wir sind davon überzeugt, dass die erfolgreichsten Unternehmen der Zukunft diejenigen sein werden, die Mensch und KI intelligent miteinander kombinieren und nicht gegeneinander ausspielen.
Silicon Valley Europe: Abschließend: Welche konkreten ersten Schritte empfehlen Sie Unternehmen, die heute mit Automatisierung starten oder ihre bestehenden Prozesse auf das nächste Level heben möchten?
Dr. Orhan Tanriverdi: Mein wichtigster Ratschlag zur Automatisierung ist, nicht zu groß zu starten. Unternehmen versuchen oftmals, sofort vollständige End-to-End-Prozesse zu automatisieren, was häufig zu langwierigen Projekten und Frustration führt. Ich empfehle stattdessen, mit kleineren, klar definierten Prozessen zu beginnen. Dazu gehören typischerweise repetitive Aufgaben wie die E-Mail-Verarbeitung, der Datentransfer, die Dokumentenbearbeitung, die Erstellung von Reports, Eingaben im ERP-System oder die Bearbeitung von Service-Tickets.
Für eine erfolgreiche Automatisierung sind drei Schlüsselbereiche entscheidend.
Erstens ist die frühe Einbindung der Fachabteilungen unerlässlich, da die praktikabelsten Automatisierungsideen direkt aus dem Arbeitsalltag der Mitarbeiter entstehen.
Zweitens muss der Fokus auf den Mitarbeitern liegen: Automatisierung darf keine rein technische Entwicklungsdisziplin bleiben, sondern muss ein integraler Bestandteil der Unternehmenskultur werden.
Drittens ist die Wahl der richtigen Plattform wichtig; hierbei sollte auf flexible, skalierbare und vor allem benutzerfreundliche Lösungen gesetzt werden. Mit dem Ziel, Automatisierung einfacher, schneller und menschlicher zu gestalten, wurde MIRYA entwickelt.
Silicon Valley Europe: Vielen Dank für dieses äußerst spannende und vor allen Dingen in meinen Augen zukunftsweisende Interview in Sachen Automatisierung.
Vielen Dank für die Einladung und das spannende Gespräch.
Die kommenden Jahre werden für Unternehmen extrem spannend, weil KI und Automatisierung erstmals wirklich massentauglich werden.
Ich bin überzeugt: Die Unternehmen, die früh beginnen, intelligente Automatisierung strategisch einzusetzen, werden sich massive Wettbewerbsvorteile sichern.
Und genau dabei möchten wir mit MIRYA unterstützen.