Im Interview mit Ralf Luithle, Co-CEO von Luithle + Luithle

In der heutigen digitalen Welt sind Unternehmen mehr denn je auf IT-Sicherheit angewiesen – doch was bedeutet das in der Praxis, und wie können Organisationen den wachsenden Bedrohungen durch Cyberangriffe und den Anforderungen durch neue Regularien begegnen? Zu diesen und weiteren Fragen sprechen wir mit Ralf Luithle, Co-CEO und einer der Gründer der Luithle + Luithle GmbH.
Mit über 30 Jahren Erfahrung in der IT-Branche und einer Leidenschaft für IT-Sicherheit gehört Ralf Luithle zu den führenden Experten seines Fachs. Als technischer Kopf hinter dem Unternehmen, das 1991 in Gemmrigheim bei Stuttgart gegründet wurde, hat er nicht nur maßgeblich die Entwicklung von L+L geprägt, sondern auch innovative Ansätze in der IT-Sicherheitsbranche vorangetrieben. Unter seiner Führung sind sowohl die Rechenzentren als auch die Unternehmensstandorte nach der international anerkannten Norm DIN ISO/IEC 27001:2022 zertifiziert – ein Beweis für das kompromisslose Engagement von L+L für höchste Standards.
Im Interview beleuchten wir nicht nur die dringlichsten Herausforderungen der IT-Security, wie beispielsweise die Abwehr von Ransomware-Angriffen und die Rolle von Notfallplänen, sondern diskutieren auch den oft unterschätzten Einfluss menschlicher Faktoren auf die Sicherheitsarchitektur. Weitere Schwerpunkte sind die Umsetzung der NIS2-Richtlinie, die Bedeutung von KI für zukünftige Sicherheitslösungen und die Rolle von Informationssicherheits-Managementsystemen (ISMS) im Rahmen der ISO-Zertifizierung.
Freuen Sie sich auf ein tiefgehendes Gespräch mit einem der Vordenker der Branche, der nicht nur technisches Know-how, sondern auch praxisorientierte Lösungen für die IT-Sicherheitsherausforderungen von morgen bietet. Das Interview bietet spannende Einblicke und wertvolle Tipps nicht nur für Führungskräfte.
Silicon Valley Europe: Herr Luithle, Ransomware-Angriffe nehmen weltweit zu. Welche Entwicklungen sehen Sie aktuell in diesem Bereich, und wie können Unternehmen sich effektiv schützen?
Ralf Luithle:
Das ist leider
korrekt, der Bereich ist sehr dynamisch und Kriminelle lassen sich stetig Neues
einfallen.
Hier eine Übersicht aktueller Zahlen (global): 59% aller
Unternehmen/Organisationen waren im Jahr 2024 betroffen. 70% der Angriffe hatten
eine tatsächliche Verschlüsselung zur Folge, waren also erfolgreich. Die
Lösegeldforderungen sind im Vergleich zum Vorjahr um das Fünffache gestiegen!
Knapp ein Drittel der Angriffe waren auf eine ungepatchte Schwachstelle
zurückzuführen. Diese Zahlen gehen aus dem Ransomware-Report 2024 unseres
langjährigen Security-Partners Sophos hervor[1]
Wir sehen zunehmend Fälle, in denen Angreifer sich auf Office365 fokussieren. Web Session Tokens werden erspäht und in der Folge haben die Angreifer häufig leichtes Spiel. So können äußerst effiziente Phising-Kampagnen durchgeführt werden, um an Details zu privilegierten Benutzerkonten oder relevanten Informationen, beispielsweise von der Unternehmensleitung, zu gelangen.
Gerade auch das Aufkommen von KI hat hier nochmal mehr Dynamik ins Spiel gebracht: Phishing-Mails waren bspw. über lange Zeit gut erkennbar, wenn man Rechtschreibung und Formulierung geprüft hat. Auch die Inhalte, wie der gerne referenzierte arabische Prinz, haben über lange Zeit einen deutlichen Hinweis darauf gegeben, dass die Mail wohl weniger valide sein mag. Durch Unterstützung von KI können nun auch Angreifer, die der Sprache nicht mächtig sind, überzeugende Mails formulieren. Auch die Mühe Websites selbst nach relevanten Informationen zum Empfängerkreis zu durchsuchen, die die Klick-Wahrscheinlichkeit erhöhen, müssen sich Kriminelle längst nicht mehr selbst machen. Aber nicht nur Datenbeschaffung und Kommunikation wird durch KI für Kriminelle erleichtert, auch Coding wird so weniger technisch versierten Kriminellen ermöglicht. Insgesamt kann man also von einer geringeren Einstiegshürde für potenzielle Cyberkriminelle sprechen.
Diese Vereinfachung von Angriffsmöglichkeiten wirkt sich vielfach ungünstig aus. So werden Kriminelle immer hartnäckiger und die sogenannte “Double Extortion” (zusätzliche Erpressung mit dem Drohen der Veröffentlichung von Daten) sowie die Professionalisierung von Ransomware-Angriffen (Ransomware-as-a-Service) nehmen weiter zu. Das bedeutet auch, dass der Kreis potenzieller Opfer größer wird. Es sind längst nicht mehr nur große Konzerne und kritische Infrastrukturen, die zum Ziel der Angreifer werden.
Gleichzeitig lässt sich auch ein positiver Gegentrend feststellen: KI bietet nicht nur Kriminellen große Vorteile. Auch IT-Sicherheitsteams profitieren von der Technologie und setzen maschinelles Lernen zum zügigen und zuverlässigen Erkennen von Angriffen ein.
Aus meiner Sicht sind gute Aufklärung und ein korrektes Verständnis von IT-Security die Grundlage für effektiven Schutz vor Ransomware und weiteren Angriffen: Wer angesichts der Schreckensnachrichten einen Haufen Geld in die Hand nimmt, um schnellstmöglich so viel Schutzmaßnahmen wie möglich zu implementieren, und das Thema direkt im Anschluss wieder beiseitelegt, der hat das Prinzip nicht verstanden! Wirksamer Schutz vor Cyberkriminalität kann viel eher mit Mundhygiene verglichen werden: Einmaliges Zähneputzen wird Zähne nicht vor Karies schützen können, eine kontinuierliche Bemühung schon viel eher.
Außerdem hilft es, den Themenkomplex in einzelne Phasen aufzuteilen und die jeweiligen technischen und organisatorischen Maßnahmen je Phase zu reflektieren. So betrachten wir initial die Phase “Identify” - dabei geht es primär darum, zu identifizieren welche potenziellen Auswirkungen ein Ausfall von (Teilen der) IT-Infrastruktur auf das Unternehmen haben kann und an welchen Stellen die Eintrittswahrscheinlichkeit erhöht ist.
Die zweite Phase “Protect” zeichnet sich durch eine, nahezu kreative, Ausarbeitung von Konzepten aus. Mögliche Risiken müssen betrachtet werden, um adäquate Schutzmaßnahmen für verschiedenste Szenarien vorzuhalten. Das reicht von naheliegenden und wahrscheinlichen Bedrohungsszenarien bis hin zu Konzepten zum Umgang mit bspw. Extremwetter.
Die Erkenntnisse, die aus den ersten beiden Phasen gewonnen werden, fließen in das Design der Lösung für “Detect”, “Respond” und “Recover” ein.
Damit sind wir sehr erfolgreich. Kunden, die unsere Strategieempfehlungen verfolgen, wurden bislang noch nie erfolgreich kompromittiert. Unsere Erfahrung zeigt, dass effektiver Schutz möglich ist. Auch, wenn es hierfür zahlreiche Maßnahmen erfordert.
Silicon Valley Europe: Wie sieht ein gut durchdachter Notfallplan aus, um im Falle eines Angriffs schnell und gezielt reagieren zu können?
Ralf Luithle: Auch ein gut durchdachter Notfallplan beginnt nicht erst bei bereits erfolgtem Angriff! Wichtige Geschäftsbereiche und deren Schutzbedarf müssen im Plan festgehalten werden, Verantwortlichkeiten und Kommunikationswege müssen in diesem Zuge klar definiert werden und Konzepte zur Wiederherstellung müssen realisiert werden. Einzelne Maßnahmen können dabei verschiedenen Notfallszenarien gerecht werden.
Damit ein Notfallplan die gewünschte Qualität hat, ist es wichtig, diesen möglichst präzise gemeinsam mit Ihren Security-Spezialisten, oder Ihrem Dienstleister, zu verfassen. Dabei müssen stets technische und organisatorische Maßnahmen bedacht werden!
Entsprechende Notfallpläne sind nicht nur extrem hilfreich, sondern werden durch die NIS2 Direktive ebenfalls für einige Unternehmen verpflichtend. Falls Sie sich hierzu noch gar keine Gedanken gemacht haben, empfehle ich das schnellstmöglich nachzuholen!
Sie können sich außerdem hier unseren Muster-Notfallplan für Ransomware herunterladen: Luithle + Luithle - Ransomware Notfallplan
Silicon Valley Europe: Oft heißt es, der Mensch sei die größte Schwachstelle in der IT-Sicherheit. Wie sehen Sie das, und wie können Unternehmen Mitarbeiter für dieses Thema sensibilisieren?
Ralf Luithle:
Dem kann ich anteilig zustimmen. Auch für technologisch gut abgesicherte Umgebungen besteht ein Gefährdungspotential, wenn nur ein Mitarbeiter unvorsichtig klickt oder bei einem Telefonat wertvolle Informationen preisgibt. Allerdings sind Mitarbeiter nicht nur ein potenziell schwaches Glied in der Security-Kette. Häufig sind sie auch dasjenige Glied, in das am wenigsten Zeit und Geld investiert wird, um es in die Kette einzureihen. In erster Linie gilt es daher die Mitarbeiter zu verstehen und diejenigen Punkte zu hinterfragen, die ggf. zu einem unsicheren Verhalten führen können.
Wir schulen unsere Mitarbeiter daher regelmäßig durch unsere Spezialisten und bieten solche Schulungen auf Anfrage auch für unsere Kunden an. Auch der Umgang mit Phishing wird bei uns in einem angstfreien Raum geübt. So stellen wir sicher, dass Mitarbeiter auf keinen Fall dabei zögern, Auffälligkeiten zu kommunizieren oder eigene Fehler proaktiv anzusprechen. Damit die Sicherheit eines Unternehmens auch auf Prozess-Ebene gewährleistet wird, ist das gezielte Etablieren einer “Security-Kultur” auf oberster Chefebene notwendig. Leider werden die Verantwortung und das Ausmaß genau hier oft unterschätzt. Insbesondere die Führungsebene neigt oft dazu, Vorgaben und Richtlinien bewusst zu missachten.
Wenn Sie das Thema weiter interessiert, verweise ich gerne auf die Aufzeichnung meines Vortrags zum Einfluss menschlicher Faktoren: Das Scheitern der Cyberresilienz - Warum menschliche Faktoren das Offensichtliche ausblenden.
Silicon Valley Europe: Welche Rolle spielen regelmäßige Schulungen und Awareness-Kampagnen in der Sicherheitsstrategie von Unternehmen?
Ralf Luithle:
Wie bereits erwähnt,
halte ich regelmäßige Schulungen und verständliche Awareness Kampagnen für
höchstrelevant in der IT-Security! Letztlich können diese den notwendigen
Unterschied machen. Leider handelt es sich hierbei dennoch noch nicht um eine
Selbstverständlichkeit in deutschen Unternehmen:
Wir müssen differenzieren zwischen der Rolle, die entsprechende Schulungen und Kampagnen einnehmen, und der Rolle, die sie spielen sollten. Eine jüngst veröffentlichte Studie gibt Aufschluss über Sicherheitsschulungen in Deutschland: Von den mehr als 5000 befragten Arbeitnehmern geben nur 36,2% an, regelmäßig durch das Unternehmen geschult zu werden. Immerhin weitere 24,4% sprechen davon, in unregelmäßigen Abständen entsprechende Schulungen zu erhalten. Besonders erschreckend: Etwas mehr als 1/5 der Befragten gibt an, noch nie von einem solchen Angebot in ihrem Unternehmen gehört zu haben. Bei mittelständischen Unternehmen (in einer Größenordnung von 100 bis 249 Mitarbeitern) ist der Anteil sogar noch größer: Ganze 27,8% haben nie von derartigen Schulungen gehört![2]
Gerade in Kombination damit, dass Angreifer mittlerweile breit gestreut Unternehmen aus allen Branchen und in jeder Größe angreifen, grenzt das an einen Skandal!
Zudem wird auch diese Maßnahme spätestens mit der NIS2 Direktive für einige Unternehmen zur Pflicht! Aber auch die bereits etablierte DSGVO verlangt technische und organisatorische Maßnahmen zum Schutz personenbezogener Daten. Schulung und Sensibilisierungsmaßnahmen, die der DSGVO gerecht werden sollen, können um weitere Inhalte ergänzt werden und so das Thema IT-Sicherheit ganzheitlicher zu betrachten.
Silicon Valley Europe: Gibt es Technologien, die menschliche Fehler bei IT-Sicherheitsmaßnahmen minimieren können?
Ralf Luithle:
Ja, hierfür gibt es
einige Möglichkeiten. Im Allgemeinen kann man hier von einer “Zero Trust
Philosophie” sprechen. Dieser Ansatz geht davon aus, dass kein Gerät, Nutzer
oder Dienst ohne vorherige Authentifizierung und zusätzliche Autorisierung
vertrauenswürdig sind. Hier ist ein griffiges Beispiel:
Eine Technologie, die zum Minimieren von menschlichen Unzulänglichkeiten beiträgt, sind Anwendungen zur Multi Faktor Authentifizierung (MFA). Wir kennen das von der TAN aus dem Onlinebanking.
Für Cloud-Dienste wesentlich besser geeignet als die bekannte Multifaktor-Authentifizierung (MFA) sind sog. “Passkeys". Es handelt sich hierbei um eine neue Art der Authentifizierung, traditionelle Passwörter können damit abgelöst werden. Sie stellen nicht nur eine besonders sichere, sondern vor allem eine besonders benutzerfreundliche Methode zur Anmeldung und Authentifizierung dar, für den Anwender läuft augenscheinlich alles im Hintergrund. Sie basieren auf einer öffentlich-privaten Schlüsselpaarkombination. Passkeys sind gegen Phishing und Datenlecks resistent, da sie lokal auf dem Gerät des Nutzers gespeichert werden und nur in Verbindung mit einem spezifischen Gerät und einer bestimmten Anwendung verwendet werden.
Silicon Valley Europe: Ihre Rechenzentren und Standorte sind nach ISO/IEC 27001 zertifiziert. Was bedeutet diese Zertifizierung konkret, und welchen Mehrwert bietet sie Ihren Kunden?
Ralf Luithle:
Die ISO/IEC
27001:2022-Zertifizierung bestätigt, dass wir über ein umfassendes und
wirksames Informationssicherheits-Managementsystem (ISMS) verfügen, das den höchsten
internationalen Standards entspricht.
Konkret bedeutet das, dass wir fortlaufend hinterfragen, ob die von uns angewandten Verfahren und eingesetzten Lösungen durch geeignete Maßnahmen verbessert werden können. Als Beispiel kann hier die Vergabe und die regelmäßige Kontrolle von Benutzerrechten genannt werden. Aufgedecktes Potenzial bzw. nicht akzeptable Risiken werden verfolgt und einer Prüfung unterzogen. Somit stellen wir sicher, dass die Minimierung von Bedrohungen für unsere IT-Systeme eine kontinuierliche Verbesserung erfährt und Gefahren imaginär bleiben.
Für unsere Kunden heißt das, dass wir in allen Bereichen unseres Unternehmens kontinuierlich bestehende Sicherheitsmaßnahmen hinterfragen und entsprechende Verbesserungen einleiten. Damit schützen wir ihre Daten jederzeit zuverlässig.
Bei uns wird Informationssicherheit in jedem Unternehmensprozess zentral mitbedacht.
Silicon Valley Europe: Wie aufwändig ist es, ein ISMS erfolgreich im Unternehmen zu implementieren und dauerhaft aufrechtzuerhalten?
Ralf Luithle:
Ein
Informationssicherheit Management System (ISMS) umfasst idealerweise alle
Tätigkeiten und Prozesse eines Unternehmens.
Wichtig ist zunächst ein Grundverständnis dafür zu entwickeln und zu erkennen, dass es sich nicht um bürokratischen Ballast handelt, sondern um eine Methodik Bedrohungen passend zu begegnen. Frei nach dem Motto “einfach mal anfangen” entfaltet sich ein zunehmender Mehrwert durch die Implementierung in die tägliche Arbeit und Unternehmensstruktur.
So sollten initial erst einmal alle kritischen Geschäftsprozesse protokolliert und analysiert werden. Welche Risiken ergeben sich aus der aktuellen Vorgehensweise? Wie sind diese zu minimieren oder abzufangen?
Anschließend müssen entsprechende Richtlinien und Verfahren definiert werden, um Informationssicherheit zu etablieren. Damit die Informationssicherheit auf jeder Ebene fortgeführt wird, muss ein Grundverständnis für die Thematik bei allen betroffenen Mitarbeitern geschaffen werden.
Damit das System intakt bleibt und langfristig für Informationssicherheit sorgt, müssen die Maßnahmen, die festgeschrieben wurden, stetig dokumentiert und überprüft werden. Die Handhabung wird durch eine unterstützende Software wesentlich vereinfacht, bspw. Durch transparente und auswertbare Dashboards. Zudem sind Wiedervorlagen und Priorisierung ein wesentlicher Bestandteil, bei dem die passende Software deutlich entlastet.
Wenn Sie nach Informationen suchen, um ein ISMS erfolgreich einzuführen und aufrecht zu erhalten bzw. unter die NIS2 Direktive fallen oder die ISO27001 Zertifizierung vornehmen wollen, können Sie hier nachlesen: https://spotlight.llnet.de/de-de/tesseron-iso-leichtgemacht
Silicon Valley Europe: Die neue NIS2-Richtlinie bringt umfangreiche Anforderungen mit sich. Wie gut sind Unternehmen darauf vorbereitet, und wo sehen Sie den größten Handlungsbedarf?
Ralf Luithle:
Es ist erkennbar,
dass das Thema bei betroffenen Unternehmen angekommen ist. Das Problem besteht für
Betroffene eher darin zu ermitteln, welche Lösung bzw. Maßnahme für welche NIS2-Anforderung
geeignet ist. Die Überflutung mit Informationen dazu macht es nicht einfacher.
Teilweise überlappen die Funktionen von Produkten und jeder Anbieter reklamiert
für sich das wichtigste Tool zur Compliance zu haben. Hier ist Fachexpertise gefragt,
welche sich Unternehmen von Ihren IT-Partnern einholen sollten. Regelmäßige
Strategiegespräche sollten sicherstellen, dass die Adaption von Innovationen
bedarfsorientiert und zielgerichtet stattfindet.
Silicon Valley Europe: Welche Rolle spielen IT-Dienstleister wie L+L bei der Unterstützung ihrer Kunden bei der Einhaltung dieser Vorschriften?
Ralf Luithle:
Dienstleister
innerhalb der IT-Security sind für einige Unternehmen unerlässlich. Gerade, wer
von der Direktive betroffen ist, aber keine eigenen IT-Security-Spezialisten
beschäftigt (das trifft auf die meisten Mittelständler zu) ist hier dringend
auf kompetente Unterstützung angewiesen. Ein Punkt, der dieses Gesetz relativ
undurchdringlich macht, ist der Rückbezug auf “den Stand der Technik”. Diese
Formulierung bietet leider keine eindeutige Orientierung und würde von
betroffenen Unternehmen verlangen, jederzeit mit dem neusten Stand der
Technologie in Puncto IT-Security vertraut zu sein. Für diejenigen, deren
Kerngeschäft in einem nicht IT nahen Feld liegt, scheint das utopisch. Als
Dienstleister in diesem Bereich hat man dafür einen sehr guten Einblick in die
aktuelle Bedrohungslage und die entsprechend verfügbaren Technologien. Wir als
L+L betreuen Kunden verschiedenster Größe und Branchenzugehörigkeit und haben
damit eine umfangreiche Perspektive auf die Situation von der letztlich jeder
Kunde profitiert.
Zudem sind unsere Experten absolute Spezialisten und können mit einem externen Blick Mehrwerte realisieren bzw. sicherstellen, dass eingesetztes Kapital den betreffenden Zweck bestmöglich erfüllt.
Silicon Valley Europe: Welche Rolle spielen IT-Dienstleister wie L+L bei der Unterstützung ihrer Kunden bei der Einhaltung dieser Vorschriften?
Ralf Luithle:
In den Produkten, die bei uns zum Einsatz kommen, ist KI zur Erkennung von Anomalien schon lange bekannt. Auch die (schon einige Zeit zur Verfügung stehende) Möglichkeit mit natürlicher Sprache zu arbeiten und so, ohne tiefe SQL-Kenntnisse, Recherchen zu gespeicherten Ereignissen, Daten oder Protokollen durchzuführen, ist ein Meilenstein. Für sicherheitsrelevante Fragestellungen erhalten wir beispielsweise auf das Wesentliche zusammengefasste Antworten. Damit verkürzen wir Reaktionszeiten deutlich. Darüber hinaus kann KI vermeiden, dass Cases doppelt bearbeiten werden oder abhängige Folgefehler in einem falschen Kontext betrachtet werden.
Intelligente Agenten helfen uns nicht nur bei der Klassifizierung von Problemen, sondern darüber hinaus auch bei der Einleitung von Maßnahmen.
Silicon Valley Europe: Vielen Dank für Ihre Zeit und das Interview mit den tollen Einblicken in Ihre Arbeit.
[1] Ransomware-Report | Sophos
[2] zum Download der Studie: Cybersicherheit in Zahlen - IT Magazin