im Gespräch mit Benjamin Richter, CEO von Cyber Complete

Cyberangriffe gehören heute zum Tagesgeschäft – und Benjamin Richter steht seit über 20 Jahren an vorderster Front im Kampf für digitale Sicherheit. Als geschäftsführender Gesellschafter der Cyber Complete GmbH in Schmallenberg berät er kleine und mittelständische Unternehmen, wie sie ihre Daten und Systeme wirksam schützen – nicht nur durch Technik, sondern durch einen ganzheitlichen Ansatz.
Die Cyber Complete GmbH versteht Informationssicherheit als eine der wichtigsten Säulen erfolgreicher Unternehmen im digitalen Zeitalter. Neben technischer Absicherung durch SonicWall-Firewalls, SentinelOne und der Darknet-Monitoring-Plattform deepwebcheck.com setzt das Team auch auf strategische Beratung, Risikomanagement, Awareness-Kampagnen und Unterstützung bei der Umsetzung von Standards wie ISO 27001, DSGVO und den neuen Anforderungen der NIS2-Richtlinie.
Gemeinsam mit seinem Team – darunter Georg Schneider (Head of IT, IT Operation Expert) – verfolgt Benjamin Richter ein klares Ziel: Unternehmen fit zu machen für die aktuellen und kommenden Herausforderungen der Cybersicherheit, vom Schutz sensibler Daten bis zur Compliance mit gesetzlichen Vorgaben wie der DORA-Verordnung für den Finanzsektor.
Im Interview mit Benjamin Richter sprechen wir über die Gefahren aktueller Cyber-Leaks, die Bedeutung der neue Regelungen wie NIS2 und DORA konkret für Unternehmen und wie Künstliche Intelligenz die Welt der Cybersicherheit verändert.
In einer Welt, in der täglich tausende Hackerangriffe stattfinden, zeigt Richter praxisnah, wie Unternehmen sich schützen und dabei gleichzeitig strategisch aufstellen können.
Silicon Valley Europe: Herr Richter, Sie bezeichnen sich oft als „digitaler Schutzritter“. Wie sind Sie persönlich zu diesem Thema gekommen – und was fasziniert Sie bis heute an der Welt der Cybersicherheit?
Benjamin Richter: Für mich ist der Begriff ‚digitaler Schutzritter‘ weit mehr als eine Metapher – er bringt meine persönliche Mission auf den Punkt. Mein Einstieg in die Welt der Cybersicherheit war geprägt von technischer Neugier und dem tiefen Wunsch, Menschen vor digitalen Bedrohungen zu bewahren. Schon früh wurde mir bewusst, wie anfällig unsere vernetzte Welt ist – ob durch Datenpannen, Identitätsdiebstahl oder gezielte Angriffe auf Unternehmen. Diese Erfahrungen haben in mir den Entschluss geweckt, nicht tatenlos zuzusehen, sondern aktiv zur digitalen Sicherheit beizutragen.
Silicon Valley Europe: Aktuell hört man fast täglich von neuen Cyber-Leaks und Datendiebstählen. Wie real ist diese Bedrohung für kleine und mittelständische Unternehmen wirklich – und worauf sollten sie jetzt besonders achten?
Benjamin Richter: Cyberbedrohungen sind real – und gerade kleine und mittelständische Unternehmen (KMU) stehen besonders im Fokus.
Cyberkriminelle wissen: KMU verfügen oft nicht über dieselben Sicherheitsressourcen wie große Konzerne. Gleichzeitig arbeiten sie mit sensiblen Daten, sind Teil kritischer Lieferketten oder besitzen wertvolles Know-how – ideale Angriffspunkte.
Was viele unterschätzen: Die meisten Angriffe starten nicht mit ausgeklügelter Technik, sondern mit simplen Methoden wie Phishing-E-Mails oder schwachen Passwörtern. Deshalb sollten KMU jetzt vor allem auf drei zentrale Maßnahmen setzen:
Mitarbeitende sensibilisieren – Schulungen und klare Verhaltensregeln sind oft der wirksamste Schutz.
Sicherheitsgrundlagen umsetzen – Starke Passwörter, Zwei-Faktor-Authentifizierung, regelmäßige Updates und Backups sind Pflicht.
Notfallpläne entwickeln – Wer vorbereitet ist, kann im Ernstfall schnell reagieren und Schäden minimieren.
Cybersicherheit ist kein einmaliges Projekt, sondern ein fortlaufender Prozess.
Gerade für KMU gilt: Wer heute investiert, schützt morgen nicht nur seine Daten – sondern auch die eigene Zukunft.
Silicon Valley Europe: Mit der NIS2-Richtlinie und der kommenden DORA-Verordnung stehen weitreichende gesetzliche Änderungen ins Haus. Was bedeuten diese konkret für Unternehmen, und wie können sie sich rechtzeitig vorbereiten?
Benjamin Richter: Mit NIS2 und DORA vollzieht die EU einen grundlegenden Wandel in der Cybersicherheitsregulierung – mit spürbaren Folgen für Unternehmen in ganz Europa.
Die NIS2-Richtlinie richtet sich an Organisationen in besonders kritischen und wichtigen Sektoren – darunter Energie, Gesundheit, Transport, digitale Infrastruktur und öffentliche Verwaltung. Ihr Ziel: ein einheitlich hohes Cybersicherheitsniveau in der gesamten EU. Unternehmen werden verpflichtet, ein strukturiertes Risikomanagement zu etablieren, Sicherheitsvorfälle zeitnah zu melden und die Verantwortung für Cybersicherheit auf Leitungsebene zu verankern
Die DORA-Verordnung (Digital Operational Resilience Act) hingegen betrifft ausschließlich den Finanzsektor – also Banken, Versicherungen, Zahlungsdienstleister, Krypto-Plattformen und deren IT-Dienstleister. Sie soll die digitale Resilienz dieser Unternehmen stärken, insbesondere im Umgang mit IKT-Risiken. DORA ist eine EU-Verordnung und gilt daher unmittelbar und einheitlich in allen Mitgliedstaaten – ohne nationale Umsetzung. Sie tritt am 17. Januar 2025 verbindlich in Kraft
Ein wichtiger Unterschied: Während NIS2 als Richtlinie erst in nationales Recht überführt werden muss, entfaltet DORA sofortige Rechtswirkung. Zudem hat DORA Vorrang, wenn ein Unternehmen sowohl unter NIS2 als auch unter DORA fällt – da sie als sektorspezifisches Regelwerk für den Finanzbereich gilt
Silicon Valley Europe: Was bedeutet das eigentlich ganz konkret für Unternehmen?
Zunächst einmal wird es ernst mit der Nachweispflicht: Unternehmen müssen künftig jederzeit belegen können, dass sie geeignete technische und organisatorische Maßnahmen zum Schutz vor Cyberangriffen getroffen haben – und zwar kontinuierlich, nicht nur einmalig. Es reicht also nicht mehr aus, „etwas gemacht zu haben“. Vielmehr muss nachvollziehbar dokumentiert werden, dass Sicherheitsstandards aktiv gelebt werden.
Hinzu kommen erweiterte Meldepflichten. Sicherheitsvorfälle – egal ob groß oder klein – müssen innerhalb klar definierter Fristen an die zuständigen Behörden gemeldet werden. Und das verbindlich und transparent. Wegschauen oder abwarten ist hier keine Option mehr.
Besonders im Fokus: die Geschäftsleitung. Sie trägt künftig deutlich mehr Verantwortung, auch persönlich. Das bedeutet: Wer in der Führungsetage sitzt, kann bei Versäumnissen im Bereich der IT-Sicherheit zur Rechenschaft gezogen werden – bis hin zur persönlichen Haftung.
Silicon Valley Europe: Aber wie können sich Unternehmen konkret vorbereiten?
Zunächst sollte die Rechtslage geklärt werden. Es gilt zu prüfen, ob das eigene Unternehmen von der NIS2-Richtlinie, der DORA-Verordnung oder vielleicht sogar von beiden Regelwerken betroffen ist.
Dann geht es an die Substanz: Mit einer Gap-Analyse lässt sich herausfinden, wo es im Unternehmen noch Lücken in Sachen Cybersicherheit gibt – und welche Maßnahmen ergänzt oder überarbeitet werden müssen.
Auch die Governance-Strukturen gehören auf den Prüfstand. Wer ist wofür verantwortlich? Sind die Prozesse klar definiert, dokumentiert und regelmäßig überprüft? Nur wenn diese Strukturen stehen, kann Sicherheit systematisch umgesetzt werden.
Ein oft unterschätzter Faktor: die Mitarbeitenden. Sie sind das Rückgrat einer funktionierenden Sicherheitskultur. Deshalb sind gezielte Schulungen und Sensibilisierungsmaßnahmen entscheidend – und zwar regelmäßig, nicht nur beim Onboarding.
Und nicht zuletzt: Die IT-Dienstleister. Gerade im Rahmen der DORA-Verordnung ist es unerlässlich, externe Anbieter in die eigene Sicherheitsstrategie einzubinden. Ihre Leistungen und Prozesse müssen nicht nur abgestimmt, sondern auch kontrolliert werden – auch hier liegt die Verantwortung beim Unternehmen.
Kurz gesagt: Es wird komplexer, aber auch klarer. Wer sich jetzt gut vorbereitet, legt den Grundstein für eine nachhaltige und rechtssichere Sicherheitsarchitektur.
Wer frühzeitig handelt, reduziert damit nicht nur das Risiko regulatorischer Sanktionen, sondern stärkt auch nachhaltig seinen eigenen Cyber Security Reifegrad.
Silicon Valley Europe: Sie arbeiten seit vielen Jahren auch mit Darknet-Monitoring. Was lässt sich dort über aktuelle Entwicklungen und neue Bedrohungen beobachten und welche Rolle spielt dabei Ihre Plattform DeebWebCheck?
Benjamin Richter: Das Darknet ist nicht nur ein Rückzugsort für Cyberkriminelle – es ist auch ein Spiegel der dunklen Seiten unserer digitalen Welt. Wer genau hinsieht, erkennt dort frühzeitig neue Angriffsmethoden, Sicherheitslücken und Betrugsmodelle, noch bevor sie in der Breite auftauchen.
Aktuell zeichnen sich drei besonders relevante Entwicklungen ab:
Kontoübernahmen durch „Combo Lists“
In einschlägigen Foren kursieren riesige Sammlungen gestohlener Zugangsdaten. Diese werden für automatisierte Angriffe auf Nutzerkonten genutzt – vor allem, wenn Passwörter mehrfach verwendet werden.KI-gestütztes Social Engineering
Cyberkriminelle setzen zunehmend auf künstliche Intelligenz, um Phishing-Mails zu personalisieren oder Deepfakes für CEO-Fraud zu erzeugen. Das erhöht die Glaubwürdigkeit und erschwert die Erkennung.Desinformation als Dienstleistung
Im Darknet werden komplette Desinformationskampagnen angeboten – inklusive Bot-Farmen, Fake-Accounts und gefälschter Inhalte. „Disinformation-as-a-Service“ ist längst Realität.
Unsere Plattform DeepWebCheck durchsucht automatisiert relevante Quellen im Darknet – darunter Foren, Marktplätze und Leak-Datenbanken – nach unternehmensspezifischen Risiken. Dazu zählen gestohlene Zugangsdaten, interne Dokumente oder Hinweise auf geplante Angriffe.
Was DeepWebCheck besonders macht, ist seine automatisierte Überwachung sensibler Quellen, die einen umfassenden Schutz gewährleistet. Das System nutzt KI-gestützte Mustererkennung, um selbst versteckte Bedrohungen zu identifizieren, die menschlichen Analysten oft entgehen würden. Jenseits der reinen Erkennung bietet DeepWebCheck eine kontextbezogene Risikoanalyse, die nicht nur potenzielle Gefahren aufzeigt, sondern auch konkrete Handlungsempfehlungen liefert. Das Herzstück der Effizienz ist die sofortige Alarmierung: Nutzer werden in Echtzeit benachrichtigt, noch bevor sich eine identifizierte Bedrohung zu einem tatsächlichen Schaden entwickeln kann.
Fazit: Darknet-Monitoring ist längst kein „Nice-to-have“ mehr – sondern ein unverzichtbarer Bestandteil moderner Cybersicherheitsstrategien. Mit DeepWebCheck behalten Unternehmen den digitalen Untergrund im Blick – und gewinnen wertvolle Zeit zur Reaktion.
Silicon Valley Europe: Künstliche Intelligenz gilt als Chance, aber auch als Risiko in der Cybersicherheit. Wie verändert KI aus Ihrer Sicht den Kampf gegen Hacker – und wo müssen Unternehmen besonders wachsam sein?
Benjamin Richter: Künstliche Intelligenz verändert die Cybersicherheitslandschaft grundlegend – und wirkt dabei in zwei Richtungen. Einerseits eröffnet sie enorme Potenziale:
Mit KI lassen sich verdächtige Aktivitäten schneller erkennen, Anomalien automatisch analysieren und Bedrohungen in Echtzeit abwehren. Besonders in den Bereichen Threat Detection und Incident Response ist KI heute bereits ein echter Gamechanger.
Doch auch Angreifer nutzen KI – und das zunehmend erfolgreich. Aktuelle Entwicklungen zeigen:
- Täuschend echte Phishing-Mails, die dank KI sprachlich perfekt auf ihre Zielpersonen zugeschnitten sind.
- Deepfakes, die für CEO-Fraud oder Social-Engineering-Angriffe eingesetzt werden.
- Automatisierte Angriffs-Tools, die Schwachstellen eigenständig identifizieren und ausnutzen.
Unternehmen stehen damit vor einer doppelten Herausforderung: Sie müssen sich nicht nur gegen immer raffiniertere Angriffe wappnen, sondern auch sicherstellen, dass der eigene KI-Einsatz ethisch und rechtlich sauber erfolgt – etwa beim Umgang mit sensiblen Daten oder bei automatisierten Entscheidungen.
Gefragt sind intelligente, adaptive Sicherheitssysteme, die mitlernen, sich weiterentwickeln – und Angriffe erkennen, bevor sie Schaden anrichten. Künstliche Intelligenz verändert die Spielregeln. Wer sie verantwortungsvoll und strategisch einsetzt, verschafft sich einen entscheidenden Vorsprung in der digitalen Verteidigung.
Silicon Valley Europe: Viele Unternehmen investieren heute vor allem in Technik wie Firewalls oder Virenscanner. Warum reicht das allein nicht mehr aus? Was bedeutet „ganzheitliche Informationssicherheit“ konkret?
Benjamin Richter:
Technische Schutzmaßnahmen wie Firewalls oder Virenscanner sind essenziell – aber sie allein reichen nicht mehr aus. Moderne Cyberangriffe zielen längst nicht mehr nur auf IT-Systeme, sondern auf die komplette Landkarte eines Unternehmens: Menschen, Prozesse und Strukturen. Ein einziger Klick auf einen manipulierten Link oder das Herunterladen einer Datei und schon ist es passiert. Das kann selbst die beste Technik aushebeln.
Deshalb braucht es einen ganzheitlichen Sicherheitsansatz, der Technologie, Organisation und Mensch gleichermaßen berücksichtigt:
Schutzmaßnahmen müssen nicht nur vorhanden, sondern auch korrekt konfiguriert, regelmäßig aktualisiert und in ein übergreifendes Sicherheitskonzept eingebettet sein.
Schulungen, klare Richtlinien und eine gelebte Sicherheitskultur machen Mitarbeitende zu aktiven Mitgestaltern der Cybersicherheit.
Ob beim Umgang mit sensiblen Daten, der Auswahl von Dienstleistern oder der Reaktion auf Sicherheitsvorfälle – durchdachte Prozesse sind entscheidend.
Ohne klare Verantwortlichkeiten und ein ausgeprägtes Risikobewusstsein auf Managementebene bleibt Sicherheit oft Stückwerk.
Informationssicherheit funktioniert nur dann effektiv, wenn alle Elemente ineinandergreifen – wie gut abgestimmte Zahnräder. Nur so lassen sich heutige Bedrohungen frühzeitig erkennen, wirksam abwehren und im Ernstfall schnell und koordiniert reagieren.
Silicon Valley Europe: Wie sieht Ihrer Meinung nach die Zukunft der Cybersicherheit aus? Womit müssen Unternehmen in den nächsten fünf Jahren rechnen – und was empfehlen Sie schon heute?
Benjamin Richter: Cybersicherheit wird in den kommenden Jahren noch dynamischer, komplexer – und entscheidender für den unternehmerischen Erfolg. Fünf Trends zeichnen sich besonders deutlich ab:
Künstliche Intelligenz ist wirklich eine Schlüsseltechnologie – und das für beide Seiten im Cyberspace. Wir sehen, wie KI sowohl von Angreifern als auch von Verteidigern genutzt wird. Für Unternehmen bedeutet das, dass sie lernen müssen, die Vorteile von KI-basierten Erkennungssystemen voll auszuschöpfen. Gleichzeitig ist es entscheidend, KI-gestützte Angriffe schnell zu identifizieren und effektiv abzuwehren. Es ist ein ständiges Wettrüsten, bei dem KI eine zentrale Rolle spielt.
Auch die Cyberresilienz wird zum neuen Standard. Es reicht heute einfach nicht mehr aus, nur Angriffe verhindern zu wollen. Viel wichtiger ist, wie schnell und kontrolliert ein Unternehmen auf Sicherheitsvorfälle reagieren kann. Das bedeutet, dass Incident Response, Business Continuity und Recovery-Pläne nicht mehr optional sind, sondern zur absoluten Pflicht werden. Man muss darauf vorbereitet sein, wenn etwas passiert.
Hinzu kommt der zunehmende regulatorische Druck. Mit neuen Vorgaben wie NIS2 und DORA steigt die Verantwortung für Cybersicherheit enorm an – und das besonders auf der Führungsebene. Es geht nicht nur darum, Sicherheitsmaßnahmen umzusetzen, sondern diese auch nachweisbar zu dokumentieren. Das ist eine große Herausforderung, die viel Transparenz erfordert.
Ein weiteres großes Thema ist, dass Lieferketten immer stärker in den Fokus der Angreifer rücken. Cyberrisiken machen eben nicht an der Unternehmensgrenze halt. Die Absicherung der gesamten digitalen Lieferkette wird daher zu einer zentralen Herausforderung. Man muss seine Partner und Zulieferer genauso im Blick haben wie die eigene Infrastruktur.
Und zu guter Letzt: Sicherheitskultur wird zu einem echten Wettbewerbsvorteil. Technologie allein reicht einfach nicht aus. Unternehmen, die Cybersicherheit als festen Bestandteil ihrer Unternehmenskultur verankern, sind langfristig deutlich widerstandsfähiger. Es geht darum, dass jeder Mitarbeiter versteht, wie wichtig das Thema ist und seinen Teil dazu beiträgt.
Silicon Valley Europe: Welche dieser Punkte ist für Ihr Unternehmen die größte Herausforderung?
Wer vorbereitet sein will, muss Technik, Prozesse und Menschen gemeinsam denken. Das bedeutet:
- In Awareness und Schulungen investieren
- Automatisierte Überwachung und Frühwarnsysteme etablieren
- Klare Verantwortlichkeiten definieren und Governance stärken
Die Spielregeln verändern sich – aber wer heute strategisch in Cybersicherheit investiert, sichert nicht nur seine Unternehmensdaten, sondern auch die Zukunft seines Betriebs.
Silicon Valley Europe: Und ganz praktisch zum Schluss: Was sind aus Ihrer Sicht die drei wichtigsten Maßnahmen, die jedes Unternehmen sofort umsetzen sollte, um besser gegen Cyberangriffe gewappnet zu sein?
Benjamin Richter: Wenn ich Cybersicherheit auf drei zentrale Schritte reduzieren müsste, wären es diese:
Multi-Faktor-Authentifizierung (MFA) konsequent einsetzen
Schwache oder mehrfach genutzte Passwörter gehören zu den häufigsten Einfallstoren für Angreifer. MFA bietet einen einfachen, aber äußerst wirksamen Schutz – besonders bei E-Mail-Konten, VPN-Zugängen und Cloud-Diensten. Und das Beste: Die Umsetzung ist meist schnell und kostengünstig.Mitarbeitende regelmäßig schulen und sensibilisieren
Technik allein schützt nicht. Ein unbedachter Klick auf eine Phishing-Mail kann ausreichen, um Sicherheitsmechanismen zu umgehen. Deshalb ist es entscheidend, Sicherheitsbewusstsein im Unternehmen zu verankern – durch praxisnahe Trainings, klare Verhaltensregeln und kontinuierliche Kommunikation.Backups automatisieren – und Wiederherstellung testen
Ein aktuelles, funktionierendes Backup ist im Ernstfall Gold wert – etwa bei Ransomware-Angriffen. Wichtig ist nicht nur die regelmäßige Sicherung, sondern auch die Überprüfung, ob sich Daten im Notfall zuverlässig wiederherstellen lassen.
Diese drei Maßnahmen sind schnell umsetzbar, wirtschaftlich sinnvoll – und sie machen einen echten Unterschied. Denn effektive Cybersicherheit beginnt nicht mit teurer High-End-Technologie, sondern mit durchdachten Grundlagen.
Silicon Valley Europe: Vielen lieben Dank für die spannenden Eindrücke in ihre tägliche Arbeit und auch den Ausblick auf das, was uns noch erwartet.